Feuchtgebiete

Konzept

Das Konzept einer renaturierenden Oberflächlichenwasser-Versickerung in den beiden Innenhöfen der Mehrfamilienhausbebauung entstand durch die Notwendigkeit, die maroden Regenwasser-Grundleitungen erneuern zu müssen.

Die Idee, das Regenwasser der umliegenden Hausdächer in den beiden Innenhöfen natürlich versickern zu können, ermöglichte eine ungewöhnliche und erlebnisreiche Umgestaltung der Freiflächen, wie sie im innerstädtischen Bereich sonst nicht zu finden ist. Die Regenfallrohre wurden kurz über dem Boden abgeschnitten, sodass das Regenwasser nun für jeden sichtbar in kleinen Rinnsalen und Wasserläufen den größeren Sammelbecken zugeführt wird.

Im kleineren Hof führen die Regenfallrohre das Regenwasser über kleine Bachläufe sicht- und erlebbar in eine naturnah gestaltete Mulde, in der das Wasser komplett versickert. Über einen Holzsteg wird ein weiterer Kellereingang an das gesamte Wegenetz angebunden.

Im großen Gartenbereich sammelt sich das Wasser in einem neu angelegten "Flusslauf", bevor es in einem kleinen Weiher kontrolliert versickert. Eine Wasserstandskontrolle und Pumpenanlage sorgen für dauerhaft bewegtes Wasser, um einer Ausbreitung von Mücken entgegen zu arbeiten, die in fließendem Wasser keine Brutstätten finden. Eine Rundbogenbrücke aus Stahlblech und einem Stein-Moos-Belag verbindet die beiden Seiten der Anlage und ermöglicht dem Betrachter neue Ausblicke und interessante Perspektivwechsel.

Eine Verbindung beider Höfe lässt auch bei starken Regenfällen, den Wasserstand nicht über eine Höhenkontrolle steigen.

Große Sandsteinblöcke, zahlreiche Sumpf- und Wasserpflanzen sowie quer liegende Baumstämme bilden ein ökologisch wertvolles Feuchtgebiet, in dem sich schon nach kurzer Zeit die typische Fauna einstellte.

Die Wege aus historischem Sandsteinpflaster führen unterbrochen durch individuell angefertigte Gitterroste über die Wasserläufe zu verschiedenen Sitz- und Ruhegelegenheiten. Aussichtspunkte in verschiedenen Geländehöhen ermöglichen die Anlage aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln erleben zu können.

In den die Bebauung umgebenden Vorgärten wurde die Art der Bepflanzung dem Gesamtkonzept angepasst. Obwohl hier aus Platzgründen das Regenwasser nur teilweise oberflächlich versickert, lässt die Gestaltung eine neue Raumbildung zu.

Neben den beabsichtigten Spiel- und Erlebnismöglichkeiten mit natürlichen Materialien wurde ein großer Kleinkinder-Spielplatz mit Sandkasten, Wasserbecken und Sitzgelegenheiten angelegt. In der gesamten Anlage ist ein Betreten, Betasten und Begreifen ausdrücklich erwünscht; natürlich aus rechtlichen Gründen auf eigene Gefahr.

Menschen aller Generationen sollen hier einen Ort zum Verweilen, Kraft schöpfen und Spielen finden, wie es in dieser Intensität sonst nur in der Natur möglich ist.

Planung und Realisierung

In Laufe der letzten Jahre hat sich in unserem Unternehmen bei der Neugestaltung der Außenflächen eine individuelle Arbeitsweise zur Umsetzung unserer Ideen als besonders Ziel führend erwiesen.

Dabei entstehen Ideen, Entwürfe und Planungen ausschließlich in unserem Hause und werden lediglich in Skizzenform festgehalten. So wird die Grundstruktur zur Umsetzung geschaffen.

In intensiven Gesprächen mit den je nach Entwurf geforderten Fachfirmen, wie zum Beispiel Gartenbau, Elektro, Stahlbau, etc entwickeln wir gemeinsam eine realisierbare Grundlage, die danach ausgeschrieben und vergeben wird.

Erst während der Bauphase erfolgt die definitive Ausarbeitung der Planung. Direkt vor Ort, unter dem Eindruck der örtlichen Gegebenheiten, wie Sonnenlicht, vorhandene Vegetation, perspektivische Blickbeziehungen, topographische Besonderheiten legen wir die genaue Lage der Gestaltungselemente unserer Gärten fest.

Wir haben diese Vorgehensweise entwickelt, weil sie uns ermöglicht, eine individuelle, für den speziellen Ort maßgeschneiderte Umsetzung unserer Planung zu finden und das Zusammenspiel aller Aspekte zu optimieren.

Diese Form der Realisierung unserer Konzepte erfordert von allen am Bau Beteiligten die Bereitschaft zur Kommunikation, Einbringung eigener Ideen sowie eine enge Bauleitung. In dieser Vorgehensweise entstand auch die Gartenanlage "FEUCHTGEBIETE", bei der sich in enger Zusammenarbeit der beteiligten Fachfirmen mit intensiver Bauleitung durch uns erst während der Realisierung die endgültige Gestaltung heraus arbeitete.

Ein besonders gutes Beispiel hiefür sind die individuell gefertigten Gitterroste, die über die Wasserläufe führen. Jeder Rost ist vor Ort ausgemessen und in liebevoller Detailarbeit geschweißt worden.

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