Aperitif

Über den sechsten Sinn

Mit Sixth Sense Living haben wir etwas erfunden, was es schon gibt. Wir geben einem Phänomen einen Namen und ein buntes Logo, damit wir in diesem neuen Sprach-Container einen »leicht flüchtigen« Inhalt besser transportieren können. Der sechste Sinn ist ein umgangssprachlicher Platzhalter für viele ungewöhnliche, teilweise mysteriöse, aber offenbar zur realen Welt irgendwie dazugehörende Energieformen, die uns auf Schritt und Tritt ständig begleiten.

Im Jahre 2005 hat die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG das Bauprojekt VASATI mit 96 Wohneinheiten erfolgreich am Markt etabliert. Dieser ungewöhnliche wie einmalige Wohnungsbau zeichnet sich gegenüber unserer herkömmlichen europäischen Bautradition dadurch aus, dass bei der Entwurfsgestaltung und der Baudurchführung besondere Regeln der Harmonisierung und Energetisierung berücksichtigt wurden. Die Grundlagendieser für uns geheimnisvoll wirkenden Regeln entstammen einer in Indien beheimateten mehrere tausend Jahre alten Wissenschaft des gesunden Bauens und Wohnens.

Im Umgang mit dieser neuen »feinstofflichen« Materie wurde das Projekt im Rahmen seines Fortschrittes um weitere »energetische« Maßnahmen ergänzt, deren sinnvolle Anwendung das Wohlbefinden der Bewohner auf ebenso wirkungsvolle wie auch subtile Art und Weise unterstützen soll. Diese neue Art der »sinnlichen« Ausprägung im Wohnungsbau wird daher nicht gewohnte physikalische Grenzen verschieben, sondern es werden möglicherweise für jeden Bewohner auf einer neuen Ebene tiefe und breitbandige Erlebnisqualitäten hinzukommen.

Diese einzigartige aus verschiedenen Bereichen der »Energiebranche« zusammengetragene Sammlung ungewöhnlicher Erkenntnisse haben wir zu einem Sprach-Container mit dem Namen Sixth Sense Living zusammengefasst. Sinnigerweise enthält dieser auch sechs Themengruppen, die wir unter Ausnutzung künstlerischer Freiheit mit dem Zweittitel Die sechs Köstlichkeiten im Wohnungsbau ein wenig überzeichnet haben. Der Inhalt dieses weiträumigen Erfahrungsgebietes wird sich über die Zeit durch weitere neue Impulse kontinuierlich fortentwickeln.

Unter den fünf Sinnen kann sich jeder sofort etwas vorstellen.

Mit unseren Primärwahrnehmungen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten erfahren, erleben und verstehen wir unsere Umwelt. Genau genommen gibt es noch vier weitere Sinnesebenen, nämlich den Temperatursinn, die Schmerzempfindung, den Gleichgewichtssinn und die Körperempfindung bzw. die Tiefensensibilität. Obwohl es somit neun Sinne wären, drückt sich in unserer Sprache mit der Begrifflichkeit »Fünf Sinne« alles das aus, was für jeden Menschen durch Außenreize aus unserer Umwelt gleichermaßen quantitativ erfahrbar ist. Sicherlich hört der eine besser als der andere, und zwar nicht nur von der objektiven Schallwellenempfindlichkeit her, sondern auch von seinem subjektiven im Kopf entstehenden Harmonieempfinden. Das Gehör eines begnadeten Virtuosen ist zu weitaus mehr verwertbaren Differenzierungen in der Lage als das Ohr eines normalen Menschen. Diese banale Erkenntnis lässt sich am Beispiel hoch entwickelter Sinnesakrobaten, wie den Feinschmeckern, den Künstlern oder den Parfümeuren nachvollziehbar und einleuchtend auf alle anderen uns zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsqualitäten übertragen.

Bei den Tieren gibt es offenbar noch weitere sensorische Ebenen.

Einige Vögel haben nach neueren Erkenntnissen eine ausgeprägte Magnetfeldsensibilität, wodurch eine für uns erstaunliche Navigationsfähigkeit begründet zu sein scheint, sich innerhalb der Erdmagnetfeld-Matrix zu orientieren. Manche Fische benutzen ihre sensorische Erkennungsfähigkeit zum Schutz vor Feinden, indem sie minimalste Änderungen von selbsterzeugten elektrischen Feldern unterscheiden können. Der Katze werden außergewöhnliche Talente im Wiederfinden ihres über Hunderte von Kilometern entfernt liegenden Heimatortes nachgesagt. Bei ihr vermutet man eine spezielle Wahrnehmungskombination, sowohl verschiedene Polarisationsebenen des Sonnenlichtes unterscheiden zu können als auch die sensorische und kognitive Fähigkeit zur Astronavigation zu besitzen.

Je mehr etwas über die uns zur Verfügung stehenden Sinne hinausgeht, weil uns unsere Sensorik auf der konventionellen Ebene keine eindeutig erfahrbaren Signale mehr bereitstellt, desto stärker ist unser intuitiver Zweifel an der Richtigkeit einer solchen Wahrnehmung. Unsere Sinne sind zweifelsohne in hohem Maße täuschbar, deshalb führen wir alles über unseren »Horizont« Hinausgehende gerne auf Irrtum oder Manipulation zurück. Um beispielsweise der für uns völlig unerklärlichen Orientierungsfähigkeit von Tauben auf den Grund zu gehen, kleben wir Testvögeln die Augen zu, befestigen Magnete an ihren Köpfen und schleudern sie so lange in einer Trommel, bis den Tieren in unserer Vorstellung schwindelig wird. Wenn nun einige dieser Versuchstiere trotzdem noch ihren Weg finden, trauen wir deren Fähigkeiten, da wir keine eigenen Sensoren zur Beurteilung haben und dieser Mechanismus offensichtlich über unseren Verstand hinausgeht, doch nicht so recht über den Weg, bemühen gerne den Zufall als die geeignete Erklärung oder winden uns anderwärtig wissenschaftlich argumentativ heraus. bis den Tieren in unserer Vorstellung schwindelig wird. Wenn nun einige dieser Versuchstiere trotzdem noch ihren Weg finden, trauen wir deren Fähigkeiten, da wir keine eigenen Sensoren zur Beurteilung haben und dieser Mechanismus offensichtlich über unseren Verstand hinausgeht, doch nicht so recht über den Weg, bemühen gerne den Zufall als die geeignete Erklärung oder winden uns anderwärtig wissenschaftlich argumentativ heraus.

Jede Wahrnehmung, die nicht den »fünf ordentlichen Sinnen« entspricht, oder alles, was sich analytisch nicht irgendwie auf unsere Elementarsinne zurückführen lässt, wird in unserer westlichen Kultur als zweifelhaft oder unseriös eingestuft. Dieser Hang zum Selbstbetrug erreicht manchmal schon arrogante Züge, da wir vieles, was wir uns weigern zu verstehen, weil wir es nicht »ordentlich« wahrnehmen können, einfach definitorisch eliminieren. Ein populäres Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Homöopathie, bei der Präparate verabreicht werden, in denen der ursprüngliche Wirkstoff aufgrund einer ultrahohen Verdünnung nicht mehr chemisch nachweisbar ist. Da die restlichen feinstofflichen Informationen aber nicht mehr direkt messbar sind, verharren noch immer viele »Fünf-Sinne-Realos« in ihrer unverrückbaren Meinung, dass, wenn überhaupt eine Wirkung auftreten sollte, diese nur aufgrund eines Placebo-Effektes zustande gekommen sein könnte. Der Patient könne sich also nur getäuscht haben, weil er den Hintergrund nicht verstanden habe.

Dass da noch »irgendwo« mehr sein muss, als die reine Schulphysik oder Biologie lehrt, ist uns eigentlich schon klar. Die »Fünf Sinne« als unsere fundamentalen Informationsträger reichen eben nicht aus, um vielfältige sinnliche Erfahrungen, wie zum Beispiel ein gutes Gefühl, eine Vorahnung oder eine Gedankenübertragung, in einem allseits akzeptierten Modell abzubilden. Unser Intellekt gibt wegen unseres kulturell konditionierten Wissensstandes keine Ruhe, weil er eben alles genau verstehen will und so erzogen ist, uneindeutige oder verschränkte Ursachen-Wirkungs-Beziehungen in letzter Konsequenz abzulehnen.

Je logischer und präziser man sich in unserer Sprachterminologie einer außersinnlichen Wahrnehmung analytisch annähert, desto weniger kommt man an sie heran.

Der Umstand, dass unsere Sprache für dieses Terrain kein geeignetes, nachvollziehbares Vokabular bereitstellt, zwingt uns bei der Beschreibung dieser Sinnesphänomene zu linguistischen Doppeldeutigkeiten, was sich in der Mehrfachverwendung von Begriffen wie zum Beispiel Energie, Feld und Kraft niederschlägt. Auch begriffliche Neuschöpfungen, wie beispielsweise das »morphogenetische Feld«, die aus einer interdisziplinären Wortkombination entstanden sind, tragen wenig zu einer erfahrbaren Erhellung bei. Nun hat die moderne Quantenphysik unstrittig gezeigt, dass im Mikrokosmos unserer Welt durchaus andere Spielregeln und Gesetze gelten, die wir aufgrund unserer »Makro-Wahrnehmung« nicht für möglich gehalten hätten. Einige der scheinbar übersinnlichen Phänomene lassen sich mit Modellen aus der Quantenphysik recht gut erklären, trotzdem bleibt dies weitgehend ein rein intellektuelles Vergnügen von Insidern und speziell Interessierten, wobei ein Großteil der Menschen im Alltag davon nicht viel hat.

Es ist schon eine verzwackte Angelegenheit.

Wenn wir also nicht alles so genau verstehen wollten, wenn wir einen Hauch von intellektueller Unschärfe an uns akzeptieren würden, könnten wir Über- bzw. Außersinnliches auch akzeptieren, weil wir im Grunde genommen wissen, dass es so etwas gibt. Auf jeden Fall haben wir für diese Beschreibungsfälle einen geeigneten, allgemeingültigen Sprach-Container, nämlich den Sechsten Sinn. Hier können wir alles das hineinpacken, was wir nicht verstehen wollen oder können, aber dennoch irgendwie erleben. Mit dem Sechsten Sinn beschreiben wir nicht nur die Wahrnehmungen, für die wir glauben, keine Sensoren zu besitzen, sondern auch alle sogenannten PSI-Phänomene, die mit Hellsehen, Telepathie oder Telekinese zusammenhängen. Der Sechste Sinn ist naturgemäß ein Container, an dem sich zuweilen nicht nur »rechtschaffene « Esoteriker, sondern auch Personen mit bizarren Sehnsüchten, Weltrettungsversuchen und Darstellungsgelüsten zu schaffen machen. Obwohl wir daher im seriösen Umgang mit der Bezeichnung Sechster Sinn immer ein wenig fremdeln, schränkt dies aber die reine Begrifflichkeit zunächst nicht ein. Jeder weiß eigentlich, was damit gemeint ist, und eine negative Vorbesetzung hält sich trotz der schwachen wissenschaftlichen Beweisführung seiner Inhalte in Grenzen. Auch dem Verdacht zum Trotze, uns einer anglizistischen Worthülse zu bedienen, nennen wir im Folgenden unseren Sprach-Container »Sixth Sense«, da es für uns keine treffendere und einleuchtendere Bezeichnung dafür gibt.

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