Warum hat VASATI so lange gedauert?

Freche Antwort: Weil es eben so lange gedauert hat.

Nach der ersten Veröffentlichung Ende 2001 hat ein großer Ansturm auf dieses Bauvorhaben stattgefunden. In der vergangenen Zeit haben wir eine sehr starke Ungeduld der Interessenten gespürt, weil wir der anfänglichen Begeisterung nichts so schnell nachschieben konnten - und auch nicht wollten. VASATI ist eben wie Whiskey im Fass, es musste reifen und mit einer gewissen Gelassenheit begleitet werden. Jetzt erst ist es reif, und jetzt ist es auch fertig. Wenn wir VASATI versprechen, soll am Ende auch VASATI drin sein. Um für ein wenig mehr Verständnis für den aufwendigen ganzheitlichen Herstellungsprozess zu sorgen, möchten wir ein paar Erläuterungen machen.

Ein neues Team lernt sich kennen

Etwas Neues wie ein VASATI-Projekt mit 96 Wohnungen kann man eigentlich nur dann umsetzen, wenn man unterschiedliche Disziplinen zusammenführt. Wenn man sich für die Philosophie des indischen Vastu als Gestaltungsgrundlage entscheidet, reicht es kaum aus, ein Buch darüber zu lesen. Da ist es schon besser, man versucht, die Person für das Projekt zu gewinnen, die Bücher geschrieben hat. In Europa gibt es nur einen - Marcus Schmieke. Dieser hat sein Wissen auch nicht aus anderen Büchern abgeschrieben, sondern es direkt bei indischen Meistern gelernt. Dreizehn Jahre hat Marcus Schmieke in indischen Klöstern gelebt und sich mit Vastu, den vedischen Schriften und der Astrologie auf eine Art und Weise beschäftigt, zu der wir üblicherweise keinen europäischen Zugang erhalten. Als Erfolgsautor und Forscher ist er international anerkannt und betreibt in Deutschland eine eigene Veden-Akademie, um sein Wissen hierzulande zu verbreiten.

Eigentlich müsste Gartenheim Gefahr laufen, von einem indischen Meister einen Tempel zu erhalten, wenn man bei diesem ein Haus bestellt. Der Architekt ist somit die entscheidende Figur, der Garant für eine hochwertige Umsetzung, die hierzulande begeistert. Peter Lassen als ein renommierter hannoverscher Architekt weiß genau, was in der Branche angesagt ist. Seit über dreißig Jahren ist er im Wohnungsbau tätig und gehört er zu den erfahrensten, entwurfsstärksten und flexibelsten Architekten der Umgebung. Außerdem ist Peter Lassen mit seinem Team schon seit Jahren für Gartenheim tätig und hat den außergewöhnlichen Sanierungsstil unserer Genossenschaft entscheidend mitgeprägt.

Die Wünschelrute richtig zu bedienen ist nicht jedermanns Sache. Frank und Ursula Marschall machen dies jedenfalls gemeinsam seit über dreißig Jahren aus Leidenschaft. Vier Hände spüren mehr als zwei, jede Grundstücksmessung wird vor Ort gegengeprüft, um ein 100%-Ergebnis zu garantieren. Jahrzehntelanges Praxistraining und die besten Ausbildungen machen Frank und Ursula Marschall zu den wichtigsten Rutengängern der Region. Im "richtigen Leben" ist Frank Marschall jahrzehntelang Leiter des Bauamtes in Bergen gewesen.

Dinge aufzuspüren, die man nicht sehen kann und auf die man so ohne weiteres nicht kommt, ist die Spezialität von Dr. Hans Hein. Über seine Tätigkeit als Arzt und Psychologe hinaus besitzt er Fähigkeiten, Verborgenes und Zukünftiges etwas deutlicher als andere Menschen wahrnehmen zu können. Als Coach und "Energieberater" war er in das Projekt von Anfang an mit einbezogen und hat an der einen oder anderen Weichenstellung mitgewirkt.

Diese Menschen wären sich ohne das VASATI-Projekt wahrscheinlich nie begegnet, sie haben auch nicht aufeinander gewartet. Eine optimale Übereinstimmung, gewissermaßen eine Kohärenz für das Projekt zu finden, ist bei unterschiedlichen handwerklichen Voraussetzungen, die jeder auf seine Weise perfekt beherrscht, ein spannender Entwicklungsprozess. Die Prioritäten des einen sind nicht auf Anhieb die des anderen. Eine gemeinsame inhaltliche Sprache zu entwickeln, kostete Zeit, wurde aber dann durch ein außergewöhnliches Ergebnis belohnt.

VASATI ist das dominierende Prinzip

Die Hauptentwicklungsarbeit liegt in der Besonderheit, dass die VASATI-Konzepte bisher zum ersten Mal auf den Geschosswohnungsbau eines urbanen Umfeldes angewendet wurden. Der Geschosswohnungsbau ist geprägt durch einen hohen Rationalisierungs- und einen Verdichtungszwang, der sich meist auch noch in starre Rahmenbedingungen seiner Grundstücksgrenzen einfügen muss. Es ist nachvollziehbar, warum das alles so ist, leider sind diese Vorgaben meist kontraproduktiv zum Wunsch, energetisch hochwertig (gemeint sind hier nicht die Stadtwerke) zu bauen. Energetische Qualitäten benötigen Freiräume und eine großzügige Richtungsausnutzung.

Das VASATI-Konzept ist das dominierende Prinzip, dem sich alle anderen Sachzwänge untergeordnet haben. Natürlich gilt es hier, den einen oder anderen Kompromiss einzugehen, trotzdem aber immer das machbare Optimum anzustreben. Dies soll an zwei anschaulichen Beispielen erläutert werden:

Nach den ersten Grundkonzepten des VASATI war klar, dass der vorliegende Bebauungsplan (B-Plan) keinen guten Wohnungsbau zulässt. Konsequenterweise wurde der B-Plan geändert, damit eine optimale Grundkonzeptumsetzung ermöglicht werden kann. Kompromisse konnte es an dieser Stelle nicht geben, eine Änderung des rechtsgültigen B-Planes kostete verfahrens technisch ein wenig mehr Zeit, wurde aber von den Ämtern sehr positiv begleitet.

Häufig werden im Geschosswohnungsbau Grundrisse spiegelsymmetrisch angeordnet, wodurch sich jeweils eine gegensätzliche Raumaufteilung und Zuordnung zu den Himmelausrichtungen ergibt. Dies ist ökonomisch absolut sinnvoll, doch leider kann nur eine der beiden Wohnungen VASATI-optimal sein. Bei VASATI gibt es keine gespiegelten Wohnungen, dies ist zwar planungs- und ausführungsintensiver, aber die einzige Möglichkeit, das Optimum für alle zu erreichen.

Durch das Betreten völligen Neulandes kam für alle Beteiligten schnell die Erkenntnis, nichts zu überstürzen. Entwicklungsschritte, die notwendig waren, konnten nicht abgekürzt werden. Durch ständiges Zulernen und Abgleichen wurde bei allen Beteiligten ein gemeinsamer Wissensgrundstock aufgebaut, der auch zukünftig der Genossenschaft bei der Entwicklung weiterer Projekte nützlich sein wird.