Ein Fahrrad-Palast in Wettbergen

Praktisch soll's sein - und schön - und ungewöhnlich

Einleitung

Im Stadtteil Wettbergen haben wir einen Fahrradschuppen nach"Art des Hauses" entworfen - im Haute Couture Design. Zugegebenermaßen war das so nicht verlangt worden, Spaß gemacht hat es dadurch aber erst recht.

Das hätte man auch einfacher machen können. Man nehme einen der üblichen Kataloge von Standard-Anbietern, die man sich, wie es heute üblich ist, zuvor im Internet "zusammen-googelt", und kein Mensch hätte geahnt, welches Potential in einem gewöhnlichen Fahrradschuppen steckt. Alles fing ganz harmlos an, einige unserer Mieter fragten, ob man denn nicht noch einen weiteren "Fahrradschuppen aufstellen könnte, denn die bisherige Unterbringungsmöglichkeit sei überlastet und daher vom täglichen Gebrauch her recht umständlich. Hinzu kommt, dass e-Bikes immer beliebter und notwendiger werden, denn Wettbergen zählt eher zur Peripherie von Hannover. Ein solches Fahrrad wiegt zwischen 22 und 25 kg, und niemand transportiert ein solches Gerät jeden Tag in den Keller, um es dort unterzubringen und zu laden.

Das behördliche Genehmigungsverfahren gestaltete sich als recht umständlich und zeitraubend, denn ein solches Gebäude ist eigentlich zu groß, um es bauordnungsrechtlich so nebenbei irgendwie "durchzuwinken", aber auch zu klein, um es wie ein richtiges Gebäude einzustufen. Über ein Jahr "schwebte" dieser Vorgang durch die Verwaltungsflure, bis wir mit Beharrlichkeit und Penetranz den grünen Stempel bekamen.

Anfänglichst etwas ungläubig bestaunt, wird unser Fahrradschuppen, den man eher als "Fahrrad-Palast" bezeichnen könnte, von den Bewohner sehr positiv angenommen und umfangreich genutzt. Das Erstaunliche ist, er ist schon wieder fast vollgestellt mit Zweirädern, aber eben nur fast. Mehrere Ladestationen sorgen für entsprechende Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit. Ein Zurück zum alten Standard gibt es nun nicht mehr. So ist das eben - Komfort kennt immer nur eine Richtung.