Süß und nützlich - was ist das?

Der dicke Brummer kommt zum Schluss

Einleitung

Nun haben wir so viel über Blümchen und die Welt gesprochen, da dürfen im Gesamtkontext auch die Bienchen nicht fehlen.

In dieser Welt gibt es leider nicht mehr allzu viel mühelos abzustauben, jedenfalls nicht mehr ansatzweise so viel wie früher. Diese Bemerkung kann man natürlich im übertragenen Sinne verstehen, aber aus der Perspektive der Insekten wäre das auch wörtlich zu sehen.

Insekten sind für ein Überleben in unserer Umwelt genauso wichtig, wie Viren und Bakterien, mit denen wir in einer ständigen Symbiose leben und ohne die wir gar nicht leben könnten (Dieser Satz mag momentan unpassend sein, er stimmt aber dennoch). Der Rückgang der uns ständig umgebenen Insekten ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen, was kaum einer anzweifelt. Die negativen Folgen für das Gleichgewicht unseres Ökosystems sind ebenfalls jedem völlig klar, allerdings gibt es große Spekulationen, was die Ursache angeht. Unzweifelhaft kommt als Grund des Rückganges ein Mangel im allgemeinen Nahrungsangebot für die fleißigen Insekten in Frage, allerdings kann man die systematische Verwendung bekannter Chemiekeulen in der Landwirtschaft und unsere ständig sich ausweitenden Mikrowellennetze als Verursacher auch nicht ausschließen. Aber wie man schon vermuten kann, hier gibt es wie so überall im Leben starke Interessenskonflikte, der Sache mal richtig auf den Grund zu gehen.

Da Äpfel und Birnen, die man keineswegs miteinander vergleichen sollte, in absehbarer Zeit nicht aus dem 3D-Drucker kommen werden, sondern immer noch das Ergebnis einer traditionellen Insektenbestäubung bleiben werden, sollte unser gemeinsames Interesse darin bestehen, diesem negativen Trend etwas entgegenzusetzen. Das kann man auf zweierlei Arten tun, nämlich indem man auf der einen Seite das Nahrungsangebot verbessert und auf der anderen Seite den naturgegebenen Fleiß z.B. von Honigbienen insofern positiv unterstützt, indem man ihnen ein gutes Zuhause anbietet.

Bei der Gestaltung unserer Vorgärten haben wir schon vor Jahren damit begonnen, mit unterschiedlichsten Blühpflanzen Akzente zu setzen. Insekten benötigen rund ums Jahr die verschiedensten Blüten, die sich zur Nahrungsaufnahme eignen.

Mit weiteren Balkonpflanzen und dem Projekt „Urban Gardening“ würde sich das kulinarische Angebot für die uns umgebenen Insekten natürlich noch einmal mehr verbessern. Das gezielte Ansiedeln von Bienenvölkern wäre aber die nützlichste Maßnahme, um schnell und nachhaltig eine Trendwende zu bewirken. Das müssen nicht unbedingt große Imkereibetriebe irgendwo auf dem flachen Land sein, das kann man auch mitten in der Stadt machen. Bienen suchen sich ihre Nahrung in einem Umkreis von bis zu 6 km, man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie weit in jeder Stadt die nächste „Lindenstraße“ entfernt liegt.

Unter fachkundiger Anleitung werden wir an einigen ausgesuchten Positionen in unseren Hinter- und Innenhöfen in Kürze beginnen, Bienenstöcke aufzustellen. Ausgebildete Jungimker werden sich dieser Aufgabe mit Leidenschaft widmen, das Ergebnis wird nicht nur ein großartiger Beitrag für unsere Stadtnatur sein, sondern auch das eine oder andere Gläschen naturreiner Gartenheim-Honig, den wir dann z.B. im Salon 18 zur Verprobung und zum Verkauf anbieten können.

Honigbienen sind außerhalb ihres Bienenstockes völlig ungefährlich, wenn man ihnen bei einem gelegentlichen Kontakt unverkrampft entgegentritt. Man sollte sie jedoch nicht direkt bei der Arbeit stören, das mag der eine oder andere humanoide Zeitgenosse allerdings auch nicht.

Wundern sie sich also nicht, wenn Sie demnächst einen Imker in voller Ausrüstung sehen, hier wird kein Schnelltest gemacht, sondern Honig geschöpft.