TransMiT

Wir unterstützen im Sinne der Forschung

Am 17.10.2019 wurde unser neu gestalteter Innenhof An der Tiefenriede/ Engelhardstr. feierlich eingeweiht. In Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover startete im selben Jahr das dreijährige Projekt TransMiT -„Ressourcenoptimierte Transformation von Trenn- und Mischentwässerung in Bestandsquartieren mit hohem Siedlungsdruck“. In den Themenbereichen „Potentiale Fassadengestaltung“ und „Wasserelemente in städtischen Quartieren“ unterstützen wir die Forschung. So können mit der „Moosmaschine“ der Baureihe M2 erstmalig größere kultivierte Moosflächen für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden. Im umgestalteten Innenhof, in der Südstadt, werden bis zu 50% der Dachflächen vom Kanalnetz abgekoppelt und das Regenwasser im Innenhof gespeichert, versickert und verdunstet. Die Elemente werden messtechnisch begleitet durch die Leibniz Universität Hannover.  

Klimamessung im Innenhof

In TransMiT wird u.a. untersucht, welches Potential blau-grüne Infrastrukturen, wie Moosfassaden, Gründächer und offene Wasserelemente in Form von Zisternen und Teichen, in urbanen Quartieren bieten. In diesem Sommer wurden hierzu begleitende meteorologische Messungen durchgeführt. Besonders im Sommer zeichnet sich das Stadtklima durch so genannte städtische Wärmeinseln aus. In Hannover wurde z.B. in Sommernächten aufgrund von Bebauung und Emissionen eine Lufttemperaturdifferenz zwischen der Stadt und ihrer kühleren Umgebung von bis zu 8 °C gemessen (GEO-NET, 2016).

Um die Auswirkung der Hinterhofgestaltung auf das Mikroklima zu bestimmen, wurden mittels Drohnenbefliegung unter anderem die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Oberflächentemperaturen des Innenhofs bestimmt. Wie die Messungen im Innenhof zeigen, hat die Neugestaltung des Innenhofs einen kühlenden Effekt. Abbildung 1 zeigt im oberen Bereich die verschiedenen Oberflächentemperaturen des Innenhofs und der angrenzenden Gebäude und Straßen. Die untere Grafik zeigt die Temperatur- und Feuchtekurve der Klimamessung. Hier ist eine so genannte Inversionslage zu erkennen - das heißt, dass sich im Bereich von 0-20 m der vertikale Temperaturgradient umkehrt. Anders als in Innenhöfen ohne Wasserelemente wird somit die Aufheizung in Bodennähe reduziert.

Im weiteren Verlauf des Projekts sollen die gemessenen Daten in einem Klimamodell Anwendung finden, anhand dessen Szenarien mit und ohne blau-grüne Elemente erstellt werden, sodass im Anschluss Empfehlungen für weitere Quartiere ausgesprochen werden können.

Abbildung 1: Kamerabild und Infrarot-Bild des Innenhofs in der Südstadt (oben) mit zugehöriger Feuchte- und Temperaturkurve (unten). Der blaue Balken zeigt die ungefähre maximale Gebäudehöhe. ©IMUK

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